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Alarm! Herbstgrasmilben erobern meinen Garten!

Ich bin sauer! So richtig! Diese kleinen, fiesen Monster von Herbstgrasmilben haben es irgendwie erstmalig in meinen Garten geschafft.

Lästig für den Hund sind nur die winzigen blassroten, 6-beinigen Larven. Stechen diese zu, dann hat Euer Hund den Herbstbeiß, Erntebeiß oder die Erntekrätze (wie die Grasmilbe auch heißt). Klingt gemein - ist es auch!

Die kleinen Plagegeister können für enormen Juckreiz sorgen. Wenn sie zustechen, verletzen die Milbenlarven mit ihren Mundwerkzeugen die oberste Schicht der Haut und spritzen Speichel in die Wunde, sodass sie das sich auflösende Gewebe einsaugen können. An dieser Stelle bilden sich oftmals kleine rote Pusteln. Werden die Larven beim Saugen durch Kratzen getötet, bleiben die Mundwerkzeuge meist in der Haut zurück, das kann die Haut zusätzlich reizen. Das große Jucken setzt erst zeitverzögert ein, zum Teil erst am nächsten Tag. Die Milbenlarven verlassen den  Wirt bereits nach wenigen Stunden. Wer frühzeitig ganz genau hinschaut, kann jedoch den Befall an intensiv roten Pünktchen erkennen. Das sind dann die etwa 0,3 mm winzigen Larven.

So nervig der Juckreiz auch ist, den der Befall mit sich bringt, immerhin gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand keine Erkrankung, die durch die Herbstgrasmilben übertragen wird.

Wer wissen möchte, ob der eigene Garten befallen ist, kann einen weißen Teller oder ein weißes Stück Papier auslegen und etwas warten. Nach ein paar Stunden kann man die Larven auf dem weißen Untergrund sehr gut erkennen. Sollte das der Fall sein, so ist es am Besten, die Rasen möglichst kurz und feucht zu halten. Denn das mögen die Milben eher nicht. Nach dem Mähen sollte der Grasabschnitt sinnvollerweise außerhalb des Gartens entsorgt werden.

Natürlich können sich die Mistviecher auch während der Spaziergänge auf Euren Hund stürzen. Sie sitzen meist auf den Spitzen von trockenen Grashalben und lassen sich einfach vom Hund von dort abstreifen. Damit das nicht passiert, könnt Ihr vorsorglich trockene, ungemähte Wiesen meiden.

Hunde, die regelmäßig mit repellierenden Spot-Ons behandelt werden tendenziell gar nicht oder nur schwach befallen.

Ich selber wasche die am meist gefährdeten Körperstellen (Pfoten – besonders die Zwischenzehbereiche, Beine, Kopf und Ohren – bei kleineren Hund auch den Bauch) nach dem aufenthalt im Garten und dem Spaziergang mit Wasser ab. Mit ins Wasser gebe ich einen Schuss Apfelessig. Wer die oben erwähnten Pusteln findet, kann diese mit Öl betupfen. Dadurch werden die Atemöffnungen der Larven verstopft. Mein Tipp: Ein Mix aus Lavendel-, Teebaum- und Manukaöl (rein ätherische Öle stark verdünnt auf Basis eines Pflanzenöls wie z.B. Jojoba- oder Nachtkerzenöl oder eines Pflanzenhydrolats). Die Öle wirken zudem juckreiz- und entzündungshemmend.

Auch wenn der Milbenbefall an sich harmlos ist, ist ein Tierarztbesuch manchmal unumgänglich. Bei einigen Hunden kann der Juckreiz so stark und quälend sein, dass er medikamentös gelindert werden muss. Durch anhaltendes Kratzen können sich natürlich auch Sekundärinfektionen bilden.