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Informationen für Hundehalter zum Aujeszky Virus (Pseudovirus) im Kreis Heinsberg

Wildschwein, Aujeszky, Überträger Aujeskysche Krankheit

Wildschweine können Träger des Aujeszky Virus sein

Manch ein Hundehalter macht sich, neben dem Vogelgrippe-Virus, auch Gedanken zum Aujeszky-Virus (oder auch Aujeszkysche Krankheit) und ist verunsichert, ob er sich über eine Ansteckung seines Hundes Sorgen machen muss.

Die Gute Nachricht vorweg: Gemäß heutiger (12.01.2017) Auskunft des Kreis Veterinäramtes Heinsberg gibt es keinen gemeldeten Virusausbruch im Kreis Heinsberg.

Ansonsten ist die Sorge leider nicht ganz unberechtigt. Vor allem für jagdlich geführte Hunde. Seit 2003 galt Deutschland als Aujeszky-Virus-frei. Im Jahr 2004 gab es dann jedoch Nachweise des Erregers in Niedersachsen und NRW und im November 2016 tauchten mehrere Berichte in den Medien auf, die von Vorkommnissen vor allem in den hessischen Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Hersfeld-Rotenburg im Odenwaldkreis oder auch Fulda berichteten. Dort haben sich Jagdhunde mit dem Virus infiziert und sind verstorben. Da Wildschweine in der Lage sind, bis zu 30 Kilometer in nur einer Nacht zurückzulegen, sind Fälle in NRW nicht unwahrscheinlich. 

Ich selber habe erst letztes Wochenende den Kopf eines Wildschweins im Beecker Wald gefunden. Da das Schwein mit einer Ohrmarke versehen war, war zu erkennen, dass dieses aus Simmern, Rhein-Hunsrück-Landkreis hier hergekommen sein muss. Das Wildschwein hat also gut 200 km zurückgelegt.

 Allgemeines zur Aujeszkysche Krankheit

Diese Erkrankung wurde zum ersten Mal 1902 von dem ungarischen Professor der Veterinärpathologie, Aladár Aujeszky, beschrieben. Die Krankheit betrifft sowohl Hausschweine als auch Wildschweine, die durch das Herpesvirus Typ 1 des Schweines infiziert werden. Vor allem gelten Schweine und Ratten als Wirt des Virus. Durch Ratten kann sich die Krankheit schnell ausbreiten, wobei das Virus durch Bisswunden übertragen wird. Sehr anfällig für eine Infektion  sind Hunde und Katzen, aber auch Rinder, Schafe und Ziegen können betroffen sein. Für Menschen ist die Krankheit nicht ansteckend.

Es gibt keinen Impfstoff für Hunde und auch keine wirksame Therapie. Die Krankheit endet immer tödlich.

Ansteckungsmöglichkeiten für den Hund

Die größte Gefahr geht hier von dem Kontakt mit einem Wildschwein aus. Dabei muss der Hund noch nicht einmal in Berührung mit dem Blut oder dem rohen Fleisch des Wildschweins kommen, der Kontakt mit dem Speichel oder der Schleimhaut reicht für eine Ansteckung bereits aus.

Auch eine Ausbreitung über Zwischenwirte, wie Ratten oder freilaufende Katzen, ist möglich, wenn diese Schweine oder Wiederkäuer angreifen und Bissverletzungen zufügen oder Futter verunreinigen. Ein besonderes Risiko stellt die Verfütterung von rohem Schweinefleisch oder die Fütterung von Jagdabfällen an Hunde dar. Bitte kein rohes Schweinefleisch an Fleischfresser verfüttern!

Mögliche Symptome einer Erkrankungen

Ist eine Virusübertragung erfolgt, so zeigen sich meist nach 2-7 Tagen erste Anzeichen einer Erkrankung. 

In der ersten Phase können die folgenden allgemeinen Symptome beobachtet werden:

  • Fieber
  • stark beschleunigte Atmung
  • vermehrte Gasbildung in den Därmen

Im Anschluss folgen dann neurologische Symptome:

  • Muskelzuckungen, die über den ganzen Körper verlaufen

  • extremer Juckreiz, der zur Selbstzerstümmelung (Automutilation) führen kann

  • Speichelfluss oder schaumiger Speichel vor dem Maul (Pseudowut)

  • unkontrolliertes Augenzittern (Nystagmus)

  • Agressivität

  • Bewegungsstörungen

  • Krämpfe

  • Lähmungserscheinungen

  • Koma und Tod


(Quellen: Kreis Veterinäramt Heinsberg, www.tierklinik.de, RP Hückeswagen, www.jagderleben.de)